Peking Rundschau, 15.6.1976

Peking Rundschau, 15.6.1976

Kampf dem Wind von rechts im Gesundheitswesen

Artikel der Peking Rundschau zum Kampf gegen den Revisionismus

Von Miao Yü

Im Gesundheitswesen in China entfaltet sich gegenwärtig ein Kampf zur Abwehr des Winds von rechts, der gefällte richtige Urteile umstoßen sollte. Diese Bewegung ist Bestandteil des vom Vorsitzenden Mao Ende vergangenen Jahres persönlich eingeleiteten und geführten Kampfes zu Kritik an der von Deng Hsiao-ping, dem obersten besserungsunwilligen Parteimachthaber auf dem kapitalistischen Weg, verfolgten revisionistischen Linie.

Der vorliegende Artikel berichtet über das Wesen des Kampfes zwischen den zwei Linien im Gesundheitswesen und über allgemeine Fragen dieses Kampfes. - Die Red.

Deng Hsiao-ping, der oberste besserungsunwillige Parteimachthaber auf dem kapitalistischen Weg, hatte in den Gesundheitsinstitutionen seine Hände direkt im Spiel und griff die neuen sozialistischen Dinge im Gesundheitswesen an, als er mit aller Kraft den Wind von rechts zur Revision richtiger Urteile anfachte. Er behinderte die Durchführung der Weisung des Vorsitzenden Mao »Bei der medizinischen Arbeit und Gesundheitspflege muss der Schwerpunkt auf die Dörfer gelegt werden« und richtete die Spitze seines Angriffs direkt gegen die proletarische Linie des Vorsitzenden Mao im Gesundheitswesen.

Aber seine auf die Revision richtiger Urteile abzielenden Aktivitäten stießen bei den Kadern und Massen im Gesundheitswesen auf Widerstand und riefen Entrüstung bei den Werktätigen des ganzen Landes hervor. Sie sind gegenwärtig dabei, die wichtigen prinzipiellen Fragen anzupacken und die revisionistische Linie Deng Hsiao-pings zu kritisieren. …

Das alte Gesundheitsministerium beschränkte seinen Tätigkeitsbereich allein auf die Städte und vernachlässigte die ländlichen Gebiete. In der Stadt konzentrierte sich seine Aufmerksamkeit dabei nicht auf die Arbeiter und anderen Werktätigen, sondern auf die wenigen städtischen Herrschaften, insbesondere jene Parteimachthaber auf dem kapitalistischen Weg, die der revolutionären Linie des Vorsitzenden Mao entgegentraten. Erkrankte Werktätige in der Stadt wurden nur oberflächlich behandelt und schließlich aus den Krankenhäusern vertrieben. Das medizinische Betreuungssystem, die Diagnose-und Behandlungsmethoden sowie die Richtung, der medizinischen Forschung und Ausbildung in den medizinischen Hoch- und Fachschulen dienten einzig einer Minderheit in der Stadt. Diese Verhältnisse vor der großen Kulturrevolution riefen starke Unzufriedenheit bei den Arbeitern, Bauern und Soldaten, die darunter zu leiden gehabt hatten, sowie bei den Kadern und Medizinern im Gesundheitswesen hervor.

Für die Volksmassen oder für eine Minderheit von Menschen zu arbeiten – darin besteht der grundlegende Unterschied zwischen der proletarischen und der revisionistischen Linie im Gesundheitswesen.

Der Vorsitzende Mao bezeichnete das alte Gesundheitsministerium als ein »Gesundheitsministerium für städtische Herrschaften«. Damit wird ausgedrückt, dass Liu Schao-tschi und seine Komplizen eine revisionistische Linie im Gesundheitswesen verfolgten. …

Der Fortschritt durch die Barfußärzte und die genossenschaftliche medizinische Betreuung ist nicht abzustreiten

Mit der Großen Proletarischen Kulturrevolution fand im Gesundheitswesen eine tiefgehende Veränderung statt. In den letzten Jahren wurden medizinische Fachkräfte, Materialien und finanzielle Unterstützung in großem Umfang den Dörfern zugeteilt. Besonders nach dem Aufkommen der zwei neuen sozialistischen Dinge – der Barfußärzte und der genossenschaftlichen medizinischen Betreuung – wurde die medizinische Versorgung in den Dörfern sichtbar verbessert. Da aber trat Deng Hsiao-ping eiligst auf den Plan und griff die Barfußärzte an, sie hätten ein »niedriges Niveau«. Von ihm angefacht, wehte in China während einer gewissen Zeit ein kalter Wind gegen die genossenschaftliche medizinische Betreuung. Es wurde behauptet, die genossenschaftliche medizinische Betreuung sei »eine Vorwegnahme eines kommunistischen Dings im Sozialismus«.

Wie ist das medizinische Niveau der Barfußärzte einzuschätzen? Die Barfußärzte legen den Schwerpunkt auf die Verhütung und Heilung allgemeiner und endemischer Krankheiten auf dem Lande, sie beherrschen sowohl traditionelle chinesische als auch westliche Heilmethoden. Sie sammeln, pflanzen und verarbeiten chinesische Heilkräuter und besitzen ein verhältnismäßig allseitiges Behandlungsniveau. Einige Krankheiten, die von bürgerlichen »Experten« und »Autoritäten« als unheilbar bezeichnet worden waren, konnten von Barfußärzten mit Erfolg geheilt werden.

Da die Ärzte während ihrer Ausbildungszeit die medizinische Praxis absolut vernachlässigt hatten, konnten sie früher nach Verlassen der Hochschule am Anfang keine selbständige praktische Arbeit leisten. Auf dem Land wussten sie sich überhaupt nicht zu helfen, denn dort gab es nicht die Einrichtungen, die sie von der Stadt her kannten. Die damaligen Hochschulabsolventen könnten in praktischer Hinsicht einem Vergleich mit den heutigen Barfußärzten, die mit den Besonderheiten der Krankheit auf dem Lande und ihren Ursachen sowie dem körperlichen Zustand der Bauern vertraut sind, nicht standhalten. Zweifellos besteht für die Barfußärzte weiterhin die Aufgabe, ununterbrochen durch Praxis und Ausbildung ihre Fähigkeiten zu erhöhen. Aber Deng Hsiao-ping, der die Barfußärzte angriff und ihr medizinisches Niveau als »niedrig« bezeichnete, wollte damit keinesfalls seine Sorge um die Hebung ihres medizinischen Niveaus ausdrücken. Seine Absicht war es, eine öffentliche Meinung für die Beseitigung dieser neuen sozialistischen Erscheinung zu schaffen.

Das System der genossenschaftlichen medizinischen Betreuung, das fast zur gleichen Zeit wie die Barfußärzte entstand, entspricht den dringenden Forderungen der armen Bauern und unteren Mittelbauern, unter Anleitung der revolutionären Linie des Vorsitzenden Mao auf dem Land den Mangel an medizinischer Betreuung und Versorgung schnellstens zu beseitigen. Dies spiegelt die revolutionäre Initiative der armen Bauern und unteren Mittelbauern wider, die sich auf dem Gebiet der medizinischen Betreuung organisieren, sich gegenseitig helfen und den sozialistischen Weg beschreiten. Ein Teil der finanziellen Mittel für die genossenschaftliche medizinische Betreuung wird von den Kommunemitgliedern zu diesem Zweck akkumuliert, ein weiterer Teil stammt aus dem Kommunewohlfahrtsfonds, der seiner Bestimmung nach für den Bau von Einrichtungen der kollektiven Wohlfahrt verwendet wird, und der Rest wird von den Bauern unmittelbar aufgebracht. Durch die genossenschaftliche medizinische Betreuung wird verhindert, dass die Kommunemitglieder im Krankheitsfall in existenzielle Schwierigkeiten geraten. Mittels dieses Systems wird das bürgerliche Recht eingeschränkt. Eben darin liegt die Überlegenheit dieses Systems. In der Periode des Sozialismus ist es unsere unabweisliche Aufgabe, neue sozialistische Dinge wie dieses zu entwickeln. Es ist völlig unsinnig zu behaupten, dies sei »eine Vorwegnahme eines kommunistischen Dings im Sozialismus«. In der Geschichtsperiode des Sozialismus tauchen viele neue Dinge auf, die Keime des Kommunismus in sich tragen. Sie abzuschaffen würde bedeuten, niemals den Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus in Angriff zu nehmen und zurück zum Kapitalismus zu gehen. Kommunisten wollen ständig bessere Bedingungen für die Verwirklichung des Kommunismus schaffen.

Der Klassenkampf kann nicht verleugnet werden

Nach Deng Hsiao-ping besteht im Gesundheitswesen das gegenwärtige Hauptproblem darin, dass die dort Beschäftigten ihre »Berufsausbildung vernachlässigen« und »sich nicht auf ihr Fach konzentrieren«. Das würde bedeuten, dass nicht der Klassenkampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie der gegenwärtige Hauptwiderspruch im Gesundheitswesen ist, sondern die Frage, ob man sich Berufskenntnisse aneignet oder nicht! Das ist eine unverhüllte Ableugnung der grundlegenden Linie der Partei und ein Hausieren mit der Theorie vom Erlöschen des Klassenkampfs. …

Wenn das Proletariat den Märchen und Sophistereien Deng Hsiao-pings glaubt, sich in die »Technik« und »Berufsausbildung« vergräbt und den Klassenkampf nicht als Hauptkettenglied anpackt, wird die Arbeit im Gesundheitswesen notwendigerweise auf Abwege geraten. Das Reden über die Aneignung von Berufskenntnissen und die Konzentration auf das Fachstudium waren nur der Rauchvorhang vor Deng Hsiao-pings wirklichen Absichten. Die Theorie vom Erlöschen des Klassenkampfes war immer schon eine heuchlerische revisionistische Theorie, mit deren Propaganda das Ziel verbunden ist, den Klassenkampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie zum »Erlöschen« zu bringen. Sie ist eine ideologische Waffe, mit der die Bourgeoisie das Proletariat einschläfert und angreift, und wurde ausgearbeitet, um der Bourgeoisie ihre großangelegten Angriffe gegen das Proletariat zu erleichtern.

Der Vorsitzende Mao betonte: »Während dieser Geschichtsperiode des Sozialismus sind Klassen, Klassenwidersprüche und Klassenkämpfe immer noch vorhanden; der Kampf zwischen zwei Wegen, dem des Sozialismus und dem des Kapitalismus, geht weiter, und die Gefahr einer kapitalistischen Restauration bleibt bestehen.«